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Zucker – Gesundheit, Hintergründe und Alternativen

Was ist Zucker? Bittersüße Versuchung, Gift oder gar Glücklichmacher? Uns allen dürfte bewusst sein, dass Zucker ein schneller Energie-Lieferant ist. Die süße, kristalline Versuchung besteht aus zahlreichen Glucose- und Fructose-Molekülen sowie Saccharose. Aber ist Zucker wirklich die beste Energieform für unseren Stoffwechsel? Unser Gehirn? Oder allgemein für unseren Körper? Woher kann man schnell Energie bekommen? […]

Was ist Zucker? Bittersüße Versuchung, Gift oder gar Glücklichmacher?

Uns allen dürfte bewusst sein, dass Zucker ein schneller Energie-Lieferant ist. Die süße, kristalline Versuchung besteht aus zahlreichen Glucose- und Fructose-Molekülen sowie Saccharose. Aber ist Zucker wirklich die beste Energieform für unseren Stoffwechsel? Unser Gehirn? Oder allgemein für unseren Körper?

Woher kann man schnell Energie bekommen?

Na klar, für unseren gesamten Körper und besonders fürs Gehirn wird eine Menge Energie benötigt. Zucker sind zwar eine schnelle Lösung, aber auch eine sehr ungesunde und schädliche. Die meisten Menschen heutzutage verbrennen Kohlenhydrate, um an ihre Energie zu kommen. Doch Kohlenhydrate werden im Körper in Glucose umgewandelt, was nichts anderes als Traubenzucker ist. Das führt zu einem hohen Blutzuckerspiegel, welcher toxisch ist. Der Zucker, der nämlich nicht von deinem Körper verbrannt wird, wird als Fett gespeichert und zwar um deine Leber und deinen Magen herum sowie als zirkulierendes Fett.

Bei der ketogenen Ernährung beispielsweise sorgen gesunde Fette für ausreichend Energie und zwar nachhaltiger und gesünder. Denn Fette verbrennen wesentlich langsamer als Zucker und liefern dadurch über einen längeren Zeitraum Energie für den Körper. Durch diesen beständigeren Energieverlauf wird außerdem der nervige Heißhunger gestillt. Keine Ablenkung droht mehr durch Fressattacken! Diese Heißhunger-Attacken sind übrigens auch oft der Grund, warum Diäten nicht erfolgreich durchgeführt werden.

Geschichtlicher Hintergrund

Die Ernährung der Spezies Mensch hat sich über die Zeit stark gewandelt. Damals waren Fette und Proteine unser Hauptnahrungsquellen. Süße gab es nur von wilden Früchten, Beeren und Wurzeln. Damals war Süße ein Zeichen für ungefährliche Lebensmittel. Heutzutage besteht allerdings 60 % der Kalorienzufuhr aus Weizen, Reis und Getreide. Lebensmittel werden angereichert mit Vitaminen und so verändert, dass die Energiedichte immer höher wird. Jedoch leidet darunter der Nährstoffgehalt immens.

Bevor wir Menschen begonnen haben, Landwirtschaft zu betreiben, konsumierten wir ca. 150 Gramm Ballaststoffe täglich. Heutzutage essen wir zwar mehr konzentrierte Kohlenhydrate, aber gerade mal 15 Gramm Ballaststoffe.

Bananen zu essen, war eine kluge und notwendige Anpassung für den Menschen, wenn nicht genügend Nahrung zur Verfügung war. Süßigkeiten als fester Bestandteil der täglichen Ernährung sind weder klug noch notwendig.

Wie viel Zucker nehmen wir zu uns?

Ein US-Amerikaner isst im Durchschnitt alle 5 Tage 765 g Zucker. 1822 lag die Zahl noch bei 45 g Zucker. Dies ist ein horrender Unterschied! Das Problem ist, dass sich viele Zucker in Produkten oder hinter Namen verstecken, wo man es nicht vermutet oder erwartet hätte.

Was ist eigentlich alles Zucker? Und wo steckt Zucker überall drin?

Die konzentrierteste Form von Kohlenhydraten ist raffinierter Zucker. Mittlerweile steckt dieser in allen möglichen Produkten. Robert Lustig, Professor für Neuroendokrinologie, hat 65 Bezeichnungen für Zucker entschlüsselt, die Hersteller nutzen, um Zucker zu verschleiern. Zu den Begriffen zählen unter anderem: Zuckerrohrsaft, Fruktose, Malz, Dextrose, Honig, Ahornsirup, Melasse, Saccharose, Kokosblütenzucker, brauner Reissirup, Gerstenmalz, Fruchtsaft, Laktose, Dattelzucker, Glukosefeststoffe, Agavendicksaft, Maltodextrin und Maissirup.

In der modernen Ernährung konsumieren wir Unmengen an kultivierten Lebensmitteln, die reich an Stärke und Zucker sind. Ja, auch Stärke besteht aus nichts anderem als energiedichten Glukose-Ketten. Mithilfe des Enzyms Amylase kann die Stärke bereits mit Kontakt des Speichels in Zuckermoleküle verwandelt werden. Alleine wenn wir unser Essen anschauen, wird bereits das Speicherhormon Insulin produziert.

Insulin ist dafür zuständig, Zuckermoleküle vom Blut ins Fett- und Muskelgewebe zu transportieren. Das Hormonsystem leitet dabei einen Energie-Speicher-Modus ein. Dieser Prozess ist außerdem dazu da, den Schaden, den Zucker anrichtet, unter Kontrolle zu halten.

Der menschliche Körper strebt immerzu Stabilität an. Das gilt für eine konstante Körpertemperatur genauso wie für einen stabilen Blutzuckerspiegel. Unser gesamter Blutkreislauf ist darauf ausgelegt, nur einen einzigen Teelöffel Zucker zu enthalten. Alles Überschüssige muss Insulin wieder aus unserem Blutkreislauf befördern. Mit einem Glas Saft fügen wir unserem Körper also das 6-Fache an Zucker zu. Mit einem Muffin sogar das 17-Fache.

Was macht Zucker im Körper?

Zucker kann folgende Symptome auslösen: Müdigkeit, Antriebs- und Energielosigkeit, Depressionen, Angstzustände, Magen- und Darmprobleme, Völlegefühle, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Haarausfall, Hautkrankheiten, Pilzbefall, Menstruationsbeschwerden, Nervosität, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, geistige Verwirrtheit.

Das Hauptproblem ist, dass das Immunsystem geschwächt wird und dadurch der Körper anfällig für Infektionskrankheiten wird.

Ein weiteres Problem bei Zucker ist, dass der Blutzuckerspiegel Achterbahn fährt, weil die Mahlzeiten zum Großteil aus zuckerreichen Lebensmitteln bestehen. Wird der Körper nicht weiter mit diesen Stoffen versorgt, entsteht ein Gefühl, welches im Englischen als hangry beschrieben wird. Eine Mix aus hungry and angry, also die Wut und innere Angespanntheit, die bei zu viel Hunger entsteht. Viele Menschen haben deswegen mit Müdigkeit, Hormonschwankungen, Dysfunktionen des Immunsystems sowie mit Stoffwechsel-Problemen zu kämpfen.

Macht Zucker süchtig?

Der Überkonsum von Zucker kann tatsächlich mit einer Drogensucht verglichen werden. Denn das verführerische am Zucker ist, dass er unser Belohnungssystem ausnutzt, genauer gesagt unseren Neurotransmitter Dopamin. Forscher haben mittels PET-Scans die Hirnaktivität in Echtzeit gemessen. Bei fettleibigen Personen also Personen, die über die Maßen Zucker und Fett konsumieren, wurde eine verringerte Dopaminempfindlichkeit entdeckt. Je mehr die Person wog, desto weniger sprach sie auf das Dopamin an. Die Ursache ist eine Überstimulation, worauf das Gehirn mit einer Drosselung der Intensität reagiert. Das selbe Phänomen wurde bei Kokainabhängigen und Alkoholikern festgestellt. Das Belohnungssystem wird also angeregt und benötigt immer mehr, um das gleiche Level an Befriedigung erneut zu spüren.

Außerdem haben Versuche mit Ratten gezeigt, dass Fructose im Gegensatz zu Glucose dazu anregt, mehr zu essen. Das hängt mit dem Sättigungsgefühl zusammen, welches bei Fructose ausbleibt und dazu anregt, sich zu überfressen. Nahrungsmittelproduzenten nutzen dieses Wissen aus, um Nahrungsmittel herzustellen, die besonders schmackhaft und belohnend wirken, damit der Konsument möglichst mehr konsumieren möchte.

Die Isolierung von Zucker aus vollwertigen Lebensmitteln sorgt dafür, dass wir Unmengen an Süßkram konsumieren. Der Konsum setzt unser Dopamin-Belohnungssystem in Gang und kann so zu einer Abhängigkeit führen. Die wenigsten Menschen essen etwa Maiskolben oder Süßkartoffeln ohne Maß und Verstand.

Bei übermäßigem Konsum von zuckerhaltigen Speisen schwächt das Gehirn die Dopaminrezeptoren ab, um einen wiederholten Zuckerschock auszugleichen. Aber nicht nur das! Durch diese Dopaminabsenkung kann es dazu kommen, dass man auch weniger Freude und Genuss bei anderen Aktivitäten empfindet. Das liegt daran, dass sich Dopaminbahnen überschneiden und gegenseitig beeinflussen. Somit steigt das Risiko für Depressionen. Man könnte also sagen: Bei regelmäßigem Zuckerverzehr hat man irgendwann nur noch Honig im Kopf.

Ist Fett besser als Zucker?

Nicht grundsätzlich, denn auch auf Fett reagiert unser Körper in einer ähnlichen Weise. Fett und Zucker haben nämlich eins gemeinsam: eine hohe Energiedichte. Dabei geht es weniger um die bloße Anzahl der Kalorien als um ihre Konzentration. Bei einer geringeren Kaloriendichte kommt es nämlich nicht zu einer Betäubung der Dopaminantwort.

30 Minuten nach Verzehr eines Joghurts mit Butterfett, war die Hirnaktivität nahezu identisch wie bei der Einnahme von Zuckerwasser. Bei regelmäßigem Konsum von Fett und Zucker wie etwa bei einem Eis spricht der Körper nicht mehr auf das Dopamin an, wenn er beispielsweise einen Milchshake konsumiert. Das ist vergleichbar mit der stoffgebundenen Gewöhnung eines Suchtabhängigen. Damit die gleiche Wirkung erzielt werden kann, muss die Dosis erhöht werden.

Wenn man jedoch gesunde Fette zu sich nimmt, wird das Insulinlevel und damit auch der Blutzuckerspiegel gesenkt. Fettsäuren fließen von den Fettzellen in den Blutkreislauf und werden im Körper verstoffwechselt – dieser Prozess nennt sich Beta-Oxidation. Das Resultat der Beta-Oxidation ist ein Molekül mit dem Namen acetyl-CoA. Sobald mehr Fettsäuren freigesetzt und verstoffwechselt werden, steigt das acetyl-CoA-Level in den Zellen. Dieser Prozess verursacht eine metabolische Feedback-Schleife, welche deinen Leberzellen sagt, dass sie acetyl-CoA für Ketogenese brauchen. Die Leber steckt nun Ketonkörper in deinen Blutkreislauf und befeuert deinen Körper. Auch deine Gehirnzellen können Ketone als alternativen Brennstoff nutzen, wenn dein Blutlevel hoch genug ist, um die Blut-Hirn-Schranke zu durchdringen. Das macht Ketone zum Superfood!

Was gewinnt man, wenn man auf Zucker verzichtet?

Durch einen Verzicht auf Zucker, gewinnt man eine höhere Dopaminempfindlichkeit und höchstwahrscheinlich eine gesteigerte Lebensfreude in allen Bereichen des Lebens.

Außerdem ist der Blutzuckerspiegel besser im Gleichgewicht und viele Infektionskrankheiten können vermieden werden. Auch die Haut altert langsamer. Man bleibt also länger frisch, gesund und sieht auch fitter und jünger aus.

Durch einen Verzicht auf Zucker werden zusätzlich die Geschmacksknospen resettet. Eine Low-Carb-High-Fat- bzw. ketogene Diät kann dabei helfen, dass natürlich süße Lebensmittel wieder als süß wahrgenommen werden.

Zucker wird oft konsumiert, wenn wir uns gestresst fühlen. Eine bessere und gesündere Stressbewältigung sieht allerdings anders aus. Sport ist beispielsweise eine Methode, um Stresshormone wie Cortisol abzubauen. Auch Achtsamkeitsübungen, Meditation und Atemübungen können dabei helfen, den Blutdruck wieder auf ein normales Level zu bringen.

Arten von Zucker und Süßungsmitteln – Vorteile und Nachteile

Zusätzlich hinzugefügter Zucker ist nie eine gute Idee. Alles mit der Endung -ose sollte vermieden werden. Bei Zucker muss man allerdings genauer hinschauen, um es hinter den kryptischen Bezeichnungen zu entschlüsseln.

Fructose: Ja, auch Fructose ist Zucker und in Mengen ist auch er ungesund. Der gesunde Part am Obst sind die vielen Vitamine und Nährstoffe, die außerdem im Obst enthalten sind. Beim Obst gibt variiert der Fructosegehalt deutlich. Daher sollte man darauf achten, wie viel man von welchem Obst verzehrt.

Brauner Zucker oder Rohrohrzucker ist im Prinzip einfach eine abgeschwächte Form des raffinierten, weißen Zuckers. Er ist nicht wirklich roh, nur weniger verarbeitet. Trotzdem fehlen auch ihm Nährstoffe.

Agaven-Dicksaft hat einen geringen glykämischen Index, was bedeutet, dass die Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen. Ist Agaven-Dicksaft also eine gesündere Alternative? Eher nicht. Denn in dem Dicksaft steckt immer noch ein hoher Fructosegehalt. Fructose wird also trotzdem in der Leber in Glucose, Glykogen, Laktat und Fett umgewandelt. Das erhöht die Chance auf Insulin-Resistenz und eine Fettleber-Erkrankung.

Brauner Reissirup: Bei diesem Süßstoff handelt es sich um eine Kombination aus braunem Reis und Enzymen, welche die Stärke zerbrechen und durch Erhitzung den Sirup entstehen lassen. Die Fermentation macht den Zucker leichter verdaulich. Meist enthalten die verwendeten Enzyme jedoch Gluten. Außerdem ist das Arsen-Level in braunem Reissirup oft hoch.

Kokosblütenzucker und Kokosblütensirup bzw. Kokosblütennektar enthalten eine kleine Menge an Nährstoffen wie Zink, Kalium und kurzkettige Fettsäuren. Dieser Süßstoff ist verarbeitet und nur ein wenig besser als gewöhnlicher Zucker. Jedoch enthält Kokosblütenzucker auch Inulin, welches nachweislich diabetische Gesundheit fördert, weil es die Aufnahme von Glukose verlangsamt und somit den Blutzuckerspiegel in Balance hält.

Welche Zucker-Alternativen gibt es? Und wie gesund ist Süßstoff?

Künstliche Süßstoffe: Sie sind zwar Low-Carb aber noch lange nicht gesund. Denn sie verändern die bakterielle Balance der Mikrobiome und lösen somit Autoimmun-Probleme aus. Außerdem fördern sie Diabetes und Dysfunktionen des Stoffwechsels. Zu den künstlichen Süßstoffen zählen: Sucralose, Aspartam, Saccharin, Neotam und Acesulfam.

Maissirup hat eine ähnliche Wirkung. Bei Verzehr von Maissirup werden nämlich Leptin-Resistenzen aufgebaut, wodurch eine Gewichtszunahme gefördert wird und es gleichzeitig schwerer macht, das Gewicht später wieder zu verlieren.

Stevia ist ein natürlicher Süßstoff mit wenig Glykämie und Kalorien. Wo ist der Haken? Nun, viele Marken verarbeiten Stevia stark und bleichen es sogar, womit der Körper wieder unnötigen Zusatzstoffen ausgesetzt wird. Deswegen empfiehlt sich der Kauf von rohem Bio-Stevia.

Zuckeralkohole (Sorbit, Mannit, Xylit) sind sogenannte Zuckeraustauschstoffe bzw. Alditole. Sie werden mit einem chemischen Prozess aus den Kohlenhydraten von Früchten und Beeren gewonnen. Oft findet man sie in Produkten auf denen mit „zuckerfrei“ geworben wird. Dennoch enthalten sie 3 Kalorien pro Gramm. Das Problem ist, dass die Zuckeralkohole eine abführende Wirkung haben können und bei manchen Menschen zu Verdauungsproblemen und Blähungen führen können.

Mönchsfrucht (Luo Han Guo) ist ein weiterer Low-Carb-Süßstoff. Bei der Fermentierung der Frucht werden die Zucker entfernt und ein süßer Geschmack bleibt bestehen. In Asien wird die Frucht seit hunderten Jahren auch als Medizin benutzt – nämlich wegen ihrer entzündungshemmenden Antioxidantien (Mogroside). Auch hier sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass keine Zusatzstoffe enthalten sind. Ebenfalls können bei übermäßigem Verzehr der Mönchsfrucht Magen- und Verdauungsprobleme auftreten.

Ahornsirup ist eine gute Alternative. Solange man puren Bio-Ahornsirup verwendet. Je dunkler, desto besser, denn dann sind mehr Minerale wie Zink und entzündungshemmende Antioxidantien wie Polyphenol enthalten. Außerdem ist Ahornsirup kaum verarbeitet, da es direkt als Sirup aus den Ahorn-Bäumen entnommen werden kann.

Honig ist eine der besten Alternativen für gesunden, süßen Geschmack. Auch hier gilt solange der Honig nicht stark verarbeitet wurde, ist er gesund. Am besten sollte der Honig also nicht pasteurisiert, ungefiltert und roh sein. Auch im Honig stecken die gesunden Antioxidantien wie Polyphenol. Sie helfen bei der Bekämpfung von Krebs und unterstützen die Herzgesundheit. Die Bienenpollen pushen zusätzlich noch das Immunsystem. Manuka Honig aus Neuseeland ist besonders empfehlenswert, da der Nährstoffgehalt viel höher ist als bei anderem, rohen Honig und er intensive, antimikrobielle Eigenschaften besitzt.

Melasse entsteht beim Aufkochen von rohem Zucker, wobei Saccharose entfernt wird. Bei Blackstrap Melasse wird der Sirup drei Mal verarbeitet, damit möglichst viel Saccharose entfernt wird. Dadurch entsteht ein dicker, nährstoffreicher Sirup, der außerdem Eisen, Magnesium und Kalzium.

Datteln sind ein natürlicher Süßstoff, die aber einen hohen Fructosegehalt haben und daher in Maßen genossen werden sollten. Das Gesunde an ihnen sind Ballaststoffe, Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium und Magnesium.

Warum ist Zucker so ungesund?

Glykation (auch Überzuckerung genannt) ist der Prozess, der passiert, wenn sich Glukosemoleküle an Proteine oder Zelloberflächen binden und dadurch Schaden verursachen. Proteine werden für die Strukturen und Funktionen aller Organe und Gewebe benötigt. Dazu zählen beispielsweise Leber, Haut, Nieren, Herz, Knochen, Augen und Gehirn. Mit steigendem Blutzuckerspiegel steigt auch die Glykation, denn dann werden mehr Proteine der Glukose ausgesetzt und dadurch verwundbar.

Der glykämische Index misst wie schnell die Nahrung den Blutzuckerspiegel beeinflusst. Dabei wird jedoch nicht die tatsächliche Portionsgröße berücksichtigt oder die Kombination von verschiedenen Nahrungsmitteln, welche die Absorption von Zucker in den Blutkreislauf verzögern können. Die glykämische Last berücksichtigt hingegen auch die Portionsgröße. Noch besserer Messwert ist die gesamte Insulin-Last, welche zusätzlich die Potenzierung der Fettspeicherung von Kohlenhydraten und verarbeiteten Lebensmitteln miteinbezieht.

Glykation ist ein unausweichlicher Bestandteil unseres Lebens. Jedoch können wir die Geschwindigkeit der Glykation verlangsamen, indem wir uns gegen zuckerreiche Lebensmittel und für zuckerarme oder gar zuckerfreie Lebensmittel entscheiden.

Wie gut und schnell der Körper Glukose und Blutzuckerspiegel kontrollieren kann ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Das hängt ab von Entzündungen, Schlaf, Genen, Stress und sogar der Tageszeit. Besonders Menschen mit Insulinresistenz oder Diabetes brauchen sehr lange bis sich ihr Blutzuckerspiegel wieder normalisiert.

Die Bösewichte: AGEs

Am schädlichsten an der Glykation sind die Advanced Glycation Endproducts (AGEs) bzw. Gerontotoxine. Diese lösen Entzündungen, Alterungsprozesse sowie oxidativen Stress aus und fördern eine Entwicklung zu Alzheimer und Atherosklerose (Cholesterin- und Fetteinlagerungen), Blindheit. Generell verschlechtern AGEs kognitive Funktionen, Gedächtnis, Langlebigkeit und Neuroplastizität.

AGEs entstehen übrigens auch durch chemische Reaktionen beim Rauchen oder beim Kochen mit sehr hohen Temperaturen. Eine braune Kruste ist ein Zeichen für Glykation. Gerade beim Kochen mit trockener Hitze wie etwa beim Grillen und Braten von Fleisch tritt dies häufig auf. Sichere Methoden sind etwa das Sautieren oder Dämpfen mit feuchter Hitze von Pflanzen.

Gras-gefüttertes Bio-Fleisch und wilder Fisch mit möglichst wenig Hitze gekocht sind gesündere Fleischquellen mit hohem Anteil an Antioxidantien. Nährstoffe mit Antioxidantien wie Ballaststoffe und Polyphenole kommen reichlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor und können die alternden Toxine neutralisieren bevor sie ins System gelangen.

Lebensmittel, die schlecht für das System sind:

  • Kuchen, Kekse, Torten, Donuts, Muffins, Waffeln, Pancakes
  • Weißbrot, Bagel, Gebäck, Brezeln, Teig
  • Chips, Cracker
  • Eis, Frozen Yogurt, Milchschokolade, weiße Schokolade, Milchshakes
  • Müsli, Energy Bars, Granola, Müsliriegel
  • Nudeln, Fritten, Pizza, Bratensauce
  • Marmeladen, Gelee

Generell zuckerreiche Lebensmittel: Weizen (auch Vollkorn), Hafer, Kartoffeln, Mais, Reis (braun und weiß), Softdrinks, Müsli und Fruchtsaft.

Was darf ich denn dann noch essen? Ist eine zuckerfreie Ernährung die Lösung?

Grundsätzlich darf natürlich jeder alles essen, was er möchte. Aber man sollte sich vielleicht überlegen, was man seinem Körper und seiner Gesundheit damit antut. Man kann sich selbst schlecht behandeln oder aber sich selbst liebevoll und achtsam umsorgen. Die Entscheidung liegt bei jedem selbst.

Max Lugavere (Autor von Gesundheitsbüchern) empfiehlt konkret: Haltet euch an Kohlenhydrate, die in der Natur vorkommen und einen hohen Ballaststoffgehalt haben, wie Gemüse, zuckerarme Früchte, Knollen, Bohnen und Hülsenfrüchte. Diese haben einen geringen glykämischen Index und wenig glykämische Last.

Weitere zuckerarme Lebensmittel sind beispielsweise: grasgefüttertes Rindfleisch, Mandeln, Avocado, Fettfisch, Geflügel, Grünkohl, Spinat und Eier.

Grundsätzlich ist es gesundheitsförderlich, darauf zu achten, ausreichend Ballaststoffe, Antioxidantien, Vitamine und Mikronährstoffe, aber wenig Zucker und Kohlenhydrate zu konsumieren.

Ausnahmen müssen auch mal sein. Sie sollten nur nicht zur Regel werden. Macht euch nicht selbst fertig, wenn ihr doch mal zu ungesunden Lebensmitteln greift. Versucht stattdessen achtsam und liebevoll mit eurem Körper, aber auch eurem Geist umzugehen.

Quellen:

Ketotarian, Dr. Will Cole

How Not To Die, Dr. Michael Greger und Gene Stone

Genius Foods, Max Lugavere und Paul Grewal, MD

Süßes ohne Frust, Ulrika Hoffer

Apotheken Umschau

Zentrum der Gesundheit

 

Disclaimer:

Der Inhalt dieser Ausführung dient nur zu Informationszwecken, auch wenn und unabhängig davon, ob er den Rat von Ärzten und Ärztinnen enthält. Dieses Programm ist kein Ersatz für eine professionelle, medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung und sollte auch nicht als Ersatz für spezifische, medizinische Beratungen herangezogen werden. Soweit diese Ausführung den Rat von Ärzten oder Ärztinnen enthält, sind die geäußerten Ansichten die Ansichten des zitierten Experten und geben nicht unbedingt die Ansichten von My Daily Dose wieder.

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